TagKurzliteratur Literatur

146. BEKÜMMERNIS

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 5. April 2021

– „ Meine Herren, Sie meinen wohl, wir wären blöd. „

– „ Nein, meine Damen. Aber wir können uns natürlich gewaltig irren. „

– „ Meine Herren, wir würden gern in eure Gedanken eintreten. „

– „ Sie verursachen uns Bekümmernis, meine Damen.

145. ABBUMMELN

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 29. März 2021

Seit viereinhalb Monaten sind wir in der Überlegung, eine Mittelfristprognose zu erstellen.

Pünktlich um 14:45 Uhr nehmen wir die Verschiebung der Vorbereitung auf Morgen in Angriff.

Heute wollen wir mal, wie üblich, ausnahmsweise vorzeitig Feierabend zwecks Abbau von künftig zu leistenden Überstunden machen.

Die Affenschreie und misstönende Nashornvogellaute der Vorgesetzten sind uns, ehrlich gesagt, ziemlich scheißegal.

144. DA MÜSSEN WIR UNS ERSTMAL

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 22. März 2021

Aufstrebende Jungmanager versuchen uns, Vorstandsvorsitzende, in letzter Zeit in Bedrängnis zu bringen. Aber wir wollen ihnen nicht den Gefallen tun.

Wir sind alte Wirtschaftswüstlinge. In der nächsten Mittelfristprognoserunde packen wir die Jüngelchen mit der Faust der überväterlichen Macht an: durch drei figürliche Betonschläge lassen wir ihnen den absackenden ROI  symbolisch ins Leib krachen. Einmal in die Brust, dann in die Flanke und schließlich in die Gedärme. Das muss langen.

Aber weit gefehlt: kaum zu Brei geschlagen, stehen die aufstrebende Jungmanager schon wieder vor uns: “Es scheint, dass ein dichter Nebel, eine namenlose Erstarrung, Eure Sinne betäubt. Eure unsicheren Tastversuche, die man im Halbdunkel einer unruhigen Zeit wahrzunehmen glaubt, sind doch nur die Vorzeichen einer nahenden Dämmerung, eines neuen Anfangs. Jahrelang eine fabelhafte Entfaltung, aber für Euch ist der schöpferische Schwung jetzt zu Ende.”

Da müssen wir uns erst mal breit hinsetzen. Wir sollten doch besser, so schnell wie möglich, in den Aufsichtsrat wechseln, glauben wir.

143. WEIBLICHE HÜHNERAUGEN

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 15. März 2021

Wir tanzen wild und unbeherrscht.

Blitze durchzucken unsere Seele.

Die weiblichen Hühneraugen haben jedoch ein treues Gedächtnis.

Wir sind noch immer Junggesellen.

142. NUN DAS SIND WIR

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 8. März 2021

Unsere Mitarbeiter sitzen da und machen Excel-Tabellen.

Und unsere Sekretärinnen sitzen dort und tun nichts.

Und was wir uns auch strategisch überlegen, es kommt nur in Powerpoint etwas dabei raus.

Nun, das sind wir, das Globalisierungsteam.

140. INSEKTENMYRIADEN

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 22. Februar 2021

Widerstrebend fügen wir uns der milden Aufforderung der Ehefrau zu versuchen unserem Vorhaben, den überquellenden Restmülleimer zu entleeren, konkrete Gestalt zu geben.

Schon begeben wir uns zur Restmülltonne in den Vorgarten hinaus. Über uns wölbt sich die wohltuende Freiheit des Himmels. In raschen Gedanken ziehen die Betrachtungen an uns vorüber. Die kühle Luft des Abends fächelt leise in den buschigen Wedeln der Pappeln, in deren Kronen Insektenmyriaden ihr Nachtlied zirpen. Und dann … plötzlich, so meinen wir, ein erster Regentropfen. Ein Orkan kündigt sich an.

Eiligst ziehen wir uns in die schützenden vier Wände zurück. Nur mit Mühe können wir die Ehefrau davon abhalten, nicht zu versuchen, einen offensichtlich falschen Gedanken durch eine falsche Begründung noch falscher zu machen.

Selbstverständlich morgen früh –spätesten mittags- wird die Restmülleimerangelegenheit erledigt. Hoffentlich regnet es morgen Abend nicht wieder.

139. STRAßENHÄNDLER

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 15. Februar 2021

In unserem Wohnort gibt es manche Straßenhändler ohne Migrationshintergrund, die überall Profit herausschlagen oder vielmehr uns offen betrügen wollen, als ob wir es nicht übelnehmen würden oder verhindern wollten.

Wir sind immer bestrebt dieses Mißverständnis aufzuklären. Dabei sind unsere Fäuste meistens so glücklich, die betreffenden Straßenhändler ohne Migrationshintergrund gnadenlos zu treffen. Die Wildheit ihrer Blicke und Bewegungen bringt ihre vollständige Unbekanntheit mit allem, was sie da beobachten, zum vollen Ausdruck.

Nun gibt es in unserem Wohnort auch die Straßenhändler mit Migrationshintergrund. Ob es hier auch welche gibt, die ebenso überall Profit herausschlagen oder vielmehr uns betrügen wollen, als ob wir es nicht übelnehmen würden oder verhindern wollten, wissen wir nicht. Wir wissen aber, es gibt welche, die schon heimlich im voraus das Geld aus unseren Taschen nehmen, sowie uns auch ihre Absicht verheimlichen, uns überhaupt keine Ware dafür liefern zu wollen.

So lange wir dies nicht gemerkt haben, nehmen wir ihnen dieses Mißverständnis nicht übel. Und wenn wir es gemerkt haben, nehmen wir es ihnen selbstverständlich auch nicht übel. Ihnen fehlt die Wildheit der Blicke und Bewegungen der Straßenhändler ohne Migrationshintergrund. Im Gegenteil, sie lachen viel. Man könnte sogar meinen, sie lachen uns … ach, lassen wir mal lieber.

138. SCHARFER BLICK

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 8. Februar 2021

Wo sind die Mädchen?

Wir wünschen es wünschen zu wissen, denn ihre Nähe würde uns beglücken.

Unser scharfer Blick sucht stundenlang die Umgebung ab.

Später finden wir unter dem Scheibenwischer unseres Untermittelklassewagens ein Knöllchen. 50 € für verbotenes Parken mit Verkehrsbehinderung.

137. HELDENHAFT

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 8. Februar 2021

Tagtäglich versuchen wir heldenhaft die Stimme unseres Magens zu beschwichtigen.

Unmöglich das allmorgendliche brüllende Gelächter unserer interaktiven Waage zu überhören.

136. ALS SIE PLÖTZLICH

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 1. Februar 2021

Unsere Ansichten erlauben es nicht, Tätigkeiten durch zu führen, die mit Arbeit in Verbindung stehen. Die Zeit ist noch nicht reif für einen tiefgreifenden Wandel.

Nachdem wir in letzter Zeit tagtäglich von der Arbeitsagentur per E-Mail aufgefordert werden, Maxi-Jobs zum Mini-Gehalt anzunehmen, begeben wir uns zu unserer Betreuerin. Wo sie uns zu coachen beginnen will, sagen wir ihr gleich, daß wir von ihrem schlechten Betragen gehört haben und gekommen sind, dies zu untersuchen.

Wir züchtigen sie hart und bedächtig, als sie plötzlich schwärmerisch zu uns aufschaut.

Auch das noch: jetzt werden wir in Heiratsangelegenheiten verwickelt.

135. ZIEMLICH

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 1. Februar 2021

Ja, wir werden schon sehen, was wir sehen werden.

Was wir jetzt auf jeden Fall sehen, ist dass, die winterlichen Temperaturen dieses Jahr ziemlich unvorsommerlich ausfallen, um so zu sagen.

134. EXZENTRISCHE REGUNG

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 25. Januar 2021

Wahrlich, sich mit Frauen auszukennen ist für uns Intellektuelle nicht so leicht.

Unter ihren Unterröcken bewegen sich rasch unsichtbare Geister, wenn wir sie im Arm halten. Ihr heißer Herzschlag fällt uns ins Blut, wie Gift.

Wir bekommen einen Schreck vor jeder exzentrischen Regung, die wir an uns bemerken.

Um unsere Beklommenheit zu ersticken, besuchen wir die königlichen Elefantenställe in unserem Geburtsort, in denen sich die ewig schaukelnden, dunklen Körper einiger hundert glücklicher Rüsselträger befinden.

133. JUNGMANAGER

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 25. Januar 2021

Hallo Ihr aufstrebende und nervende Jungmanager. Eigentlich lieben wir euch.

Wer aber ROI, MBO, IGLOW und KKDU nicht zu unterscheiden weiß, sollte sich erst in den Anfangsgründen des Missmanagements umsehen, ehe er sich herausnimmt, es mit uns aufzunehmen.

132. VIEL VERSTÄNDNIS

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 18. Januar 2021

Wenn wir uns in unserer Stammkneipe mit unseren jungen Freunden treffen und einige Flaschen Jägermeister dabei haben, finden wir immer viel Verständnis für dieses Mitbringsel.

Sie fühlen sich wohl immer imstande, neben den vielen Bierchen auch einige Jägermeisterchen zu ertragen.

Dass sie dabei ab und zu einen grünlichen Anflug bekommen, stört uns nicht. Sie ebenso wenig.

Ach, diese Jugend.

131. BRUXELLES

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 18. Januar 2021

Im Vorruhestand versetzt, beschäftigen wir uns autodidaktisch mit fast allen Wissensgebieten.

Heute leben wir in Bruxelles.

130. STRENG WERDEN

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 11. Januar 2021

Das zuchtlose und lärmende Benehmen des Gesamtspartenleiters für den nicht-operativen Bereich läßt keine Neigung erkennen, uns zu schätzen oder freundlich zu behandeln.

Eines Tages geben wir ihm bekannt, dass wir es uns ab sofort zur festen Regel machen, ihn mit Güte zu behandeln, wenn sein Benehmen entsprechend sei, wir aber auch streng werden und ihn jederzeit soviel Hilfe, als er braucht und unsere Lage zuläßt, entbehren lassen können, sollte er es verdienen.

Seitdem rennt der Gesamtspartenleiter für den nicht-operativen Bereich äußerst verwirrt herum.

Um so mehr nachdem wir ihn noch vertrauensvoll gewarnt haben, dass bereits Wetten darauf abgeschlossen sind, dass er verloren sei.

129. UNGEHEUERLICH

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 11. Januar 2021

Gegen Abend sind in unserer Lieblingskneipe die noch Lebendigen ziemlich unlebendig.

Wir, die Toten, dafür ungeheuerlich untot.

128. IN EDLER FAULHEIT

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 4. Januar 2021

Erschrecklich unternehmend sind wir nicht: in edler Faulheit verbringen wir meistens unsere Zeit mit bedeutungsvollem Schweigen und stehen dabei gerne gedankenlos an der Theke in der Dorfskneipe. Wir wissen uns dort gegenseitig Dank, dass keiner von uns mit Geschrei und Gewalt die abgemessenen Zirkel des befristeten Daseins des andern stört.

An jenem denkwürdigen Abend werden wir unversehens in einem Strudel von Äußerungslust hineingezogen und geben völlig unbedacht zu bedenken, dass es in diesen schwierigen Zeiten gilt alle Kräfte zusammenzuhalten und weitläufige Umgehungen zu vermeiden.

Seltsam. Diese sparsamen Worte, widerwillig hingebrockt, gehen einige unfreiwillige Zuhörerinnen ein. Schon fragt man uns, wer wir sind. Wir erklären noch, uns von jeglichem Zwang zur Stellungnahme frei zu fühlen, aber schon geht das Gerücht durch die Runde, dass Könige gesprochen haben.

Mit der Beschaulichkeit unseres Daseins ist es seitdem vorbei.

127. AUFFASSUNG

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 4. Januar 2021

Wir sind für nichts als das Nichtstun auf die Welt gekommen. Das ist insgeheim schon immer unsere Auffassung gewesen.

Vielleicht haben wir doch zu wenig Ulrich Wickert gelesen.

126. NUN ZEIGE DOCH MAL

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 28. Dezember 2020

– „Nun zeige doch mal euren Busen, oder seid ihr etwa verklemmt?“

– „Nein!“

– „Wußten wir doch!“

Die Sekretärinnen lachen zwar, aber gezeigt wird nichts. Von schlechten Launen geplagt, nehmen wir  die Belegschaft mit ungeheuerlicher Gewalt an.

125. FRÜHSTÜCK

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 28. Dezember 2020

Im verdienten Ruhestand nehmen wir uns für das Frühstück immer viel Zeit und lassen dabei gerne unsere Augen durch die morgensonnig durchblitzten, opalblaue Landschaft schweifen.

Und überlegen, wen wir heute denn mal so richtig ärgern können.

124. SCHWEINE

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 21. Dezember 2020

Wir lieben die wildesten Lustbarkeiten.

Wir sind Schweine.

Aber gescheit.

Wir herrschen erst durch Liebe und dann durch Gewalt.

123. EINZIGARTIG

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 21. Dezember 2020

Was uns so eigenartig macht, ist, dass wir so einzigartig sind.

Aber noch mehr, dass wir nur ein Gesäusel von augenverdreherischen Phrasen herausbekommen.

122. VIEL ZUSTIMMUNG UND ANTEILNAHME

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 14. Dezember 2020

Wir bringen zur Kenntnis, dass wir der Überzeugung sind, eine substantielle Gehaltserhöhung verdient zu haben.

Leider jedoch genügt unsere Überzeugung nicht, denn der Blick des Spartenleiters für Personal und Sonstige Probleme richtet sich lachlustig auf uns.

Erhebung ist unser Ziel gewesen, Enttäuschung wird die Erfüllung.

Seitdem verbringen wir des öfters die Abende in unserer Dachstube gemeinsam mit einigen solidarisierenden Kollegen. Wir schlürfen Champagne und beklagen uns alle bitter über unser elendes Schicksal. Dabei finden wir gegenseitig viel Zustimmung und Anteilnahme.

121. SCHMALSPURBAHN

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 14. Dezember 2020

Im reifen Frührentenalter geraten wir unfreiwillig von der alten ehelichen Schmalspurbahn ab und verlieren uns in mehrgleisigen Verwicklungen im Bereich der jüngeren vollbusigen Nachbarschaft.

Zur Endstation werden wir es aber wohl nicht schaffen, befürchten wir.

120. GEBRAUCHT, GUTER ZUSTAND

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 von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 7. Dezember 2020

Wir vertreiben unsere Lebenszeit mit groß angelegten gesellschaftskritischen und weltwirtschaftlichen Überlegungen. Aber keiner, der zuhört.

 “Frankreich, die wunderbare Illusion” von Ulrich Wickert gekauft. Paperback. 0,47 € zzgl. 2,96 € Versandkosten bei Amazon. Sind schon bei Seite 11. Geht uns schon etwas besser.

Auch noch “Besser – Schneller – Schlanker : TQM-Konzepte in der Unternehmenspraxis” von Hartmut Mehdorn über eBay  gekauft. Gebraucht, guter Zustand. 1,31 € zzgl 2,49 € Versandkosten. Noch nicht angefangen, es zu lesen.

Es geht uns jetzt sehr gut. Macht uns überhaupt nichts mehr aus, dass keiner zuhört.

119. KETTENSÄGE

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 7. Dezember 2020

Am Sonntagmorgen werkeln wir immer an unserem Porsche-Wrack herum und lassen es dabei gerne auch mal ausgiebig aus dem Vergaser knallen und patschen, dass es nur so kracht.

In letzter Zeit werden wir jedoch durch das Aufheulen der nachbarlichen Kettensäge überantwortet. Ist vielleicht ein Arschloch, dieser Nachbar.

118. BACHIANISCHE ORGELMUSIK

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 30. November 2020

Durch lautes Klingeln begehrt die alte Nachbarin Einlass in unsere Dachstube. So was gibt es.

Aber alles eifrige Bemühen sollte nichts fruchten.

Der mystische Glauben an unsere eigene welthistorische Mission lässt keine Ablenkung zu. Wir drehen den Volumenregler unserer Musikanlage bis zum Anschlag, die bachianische Orgelmusik  macht jede Klingelgewalt zum Witz.

Abgezehrt, finster und bestaubt kehrt die alte Nachbarin heim. Uns wurde zugetragen, dass sie seit dem Vorfall häufig in Gotteshäusern anzutreffen ist.

117. BEEINDRUCKEND

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 30. November 2020

Wir sind etwas schüchtern und gehen morgens an der von den alten Dorfbewohnerinnen wimmelnden Theke beim Bäcker immer leer aus.

Bis wir mit unserem guten alten Megaphon auftauchen. Beeindruckend, die Menge Brötchen die wir seitdem heimbringen.

116. TAG DES LETZTEN GERICHTS

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 23. November 2020

In einer schwülen Sommernacht schlagen aus einer Wohnsiedlung plötzlich Klänge an unser Ohr, die auf WDR 4 hindeuten.

Wir geraten in eine heftige Gemütsbewegung.

Mit dem Anheben zum Welthit „Put your Hemd on my shoulder“ holen wir zum großen feurigen Sturm auf die Seele des Volkes aus.

Unsere volle Stimme klingt in die Nacht hinein wie dunkel schwingendes Geläut und gemahnt an den Tag des Letzten Gerichts.

115. TAGESSTAMMTISCH

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 23. November 2020

Nach dem Gelage am Tagesstammtisch in unserer Lieblingsspelunke haben wir alle immer einige Mühe, uns gegenseitig auseinander zu halten.

Das Erinnerungsvermögen wacht aber auf, wenn der feinfühlige Wirt uns am Schluß die Getränkegesamtrechnung vorlegt.

114. GRÜNFLIMMERNDE DUNSTGESTALTEN

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 16. November 2020

Wir begegnen einem Mädchen, vom Scheitel bis zur Sohle eine Formvollendung.

Weltentrückt lächeln wir und fragen: „Dürfen wir hoffen, Sie liebes Mädchen?“

Maliziös führt sie aus: „Ganz recht, junger Mann, Sie dürfen. Kühle Bergwinde wehen heute, nicht?“  Dabei blickt sie durch uns hindurch, wie durch grünflimmernde Dunstgestalten. Und dann ist sie weg. Wir sehen sie nie wieder.

Unser wacher Geist erfasst sofort, dass ihre Worte vieldeutig sind, daß sie für uns schicksalsträchtig werden könnten. Seitdem sehen wir krank und grämlich aus und will uns das Leben keinen Anlass mehr für heitere Rück-, noch Vorblicke, bieten.

113. ELEMENTAR

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 16. November 2020

Wir wollen uns einem gottgefälligen Leben in freiwilligem Reichtum ergeben.

Elementar quillt unser Wunsch nach einer monumentalen Gehaltserhöhung hoch.

112. DER LÖWE IN UNS

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 9. November 2020

Der Löwe in uns ist tot. Die ungeteilte Wahrheit über unsere Leiden und Elend wird nicht in unserem Tagebuch erzählt, sondern in unserer Brust verschlossen.

Der Leichengestank reizt uns, haftet uns künftig an. Butterreinfett, Zucker, Eier und Salz sind unsere Hauptspeisen.

Wir bedenken das eigene Ende. Wird man unser Herz am Flussufer vergraben, unseren Leichnam mit Salz einreiben und zum Stausee tragen?

Man wird ihn eher wohl in das nächste Gebüsch werfen, damit auch unsere zweifelhaften Freunde, die Hunde, etwas davon haben.

111. FRAUENGESCHICHTEN

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 9. November 2020

Wir versuchen die gähnende Leere unseres Frührentnerlebens mit Briefmarkensammeln und  Frauengeschichten auszufüllen. Haben aber noch viel Leerlauf.

Nehmen jetzt die Zwergkaninchenzucht hinzu. War so eine Idee unseres Lieblingspsychiaters.

103. KLEINES BIERCHEN

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 12. Oktober 2020

Ein kleines Bierchen hat uns aus unseren trockenen Überlegungen zum Thema Einkommensteuervermeidung gelockt.

Und uns gleich in die Falle der Biersteuerzahlung tappen lassen.

102. SHIMANO 11-GANG

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 5. Oktober 2020

Schon immer waren wir gerne auf unserem Lasten e-Bike mit Shimano 11-Gang Nabenschaltung unterwegs.

Insbesondere dann, wenn die hupenden Feinde sich gerade im dichten Stadtverkehr von zu Hause zur Arbeit oder vice versa quälen.

So richtig Spaß macht es aber, seitdem die wilden e-Scooter-Freunde mitmischen.

Dass wir jetzt seitens des einfachen Fußvolkes anstatt begeisterter Zurufe nur noch hohläugige Blicke ernten, stimmt uns wohl etwas nachdenklich.

101. VERZWEIFELTE

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 5. Oktober 2020

In unserem Leben haben wir zweierlei Orientierung: unser Navi und unsere freie Phantasie.

Allenthalben huldigen uns Verzweifelte.

100. HUSTANFALL

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 28. September 2020

Nicht gänzlich unwürdige Repräsentantinnen des vollbusigen Geschlechts wollen uns zwecks Heirat verführen.

Wir husten. Wir sind auch wirklich erkältet. Aber nur alleine deswegen ist es nicht immer zu verhindern, dass ein kleiner Hustanfall auch im rechten Augenblick kommt.

Aus unseren maßgeschneiderten Anzügen keucht es immer heftiger, wir geben uns schließlich rückhaltlos.

Sogar bei uns gibt es Mut, wenn’s darauf ankommt.

99. OHRFEIGEN

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 28. September 2020

Bei unserer Ankündigung, dass wir beabsichtigen, kurzfristig eine in der Form angemessene, jedoch in der Dimension nicht ganz unerhebliche Gehaltserhöhung zu fordern, knickt das stellvertretende Personaldirektorinchen sogleich zusammen und stürzt uns zu Füßen.

Milde heben wir es auf, verpassen ihm  aber als erzieherische Maßnahme zugleich auch schon mal einige leichte Ohrfeigen.

98. SCHNEIDIG EROBERND

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 21. September 2020

Wir haben so ein dunkles Vorgefühl: an irgendeinem undeutlichen Sommerabend im Jahre unseres Herrn Jesus Christus 2022 – am Vorabend der E-Mobilitätära  -werden wir – wie gewohnt – schneidig erobernd in das obere Fach unseres Kühlschrankes greifen.

Und dann sowas: es lässt sich dort kein letztes, einsames Bierchen mehr ergreifen.

Umgehend werden wir uns auf den langen, beschwerlichen Weg zur nächsten E-Tankstelle begeben.

Bei jedem Schritt wird sich aber unsere bange Vorahnung, dass wir dort nicht mehr die geschätzten Tankstellenrettungsbierchen aus der guten alten Verbrennungsmotorzeit, sondern nur noch Teebeutel in der Auswahl “Bio-Hagebutten”, “Vegan-Pfefferminz” und “ruhige Nacht to go” antreffen werden, zunehmend bemerkbar.  Um uns nicht dem harten Tee-Schicksalsrisiko auszusetzen werden wir dann schließlich vorzeitig umkehren und wieder den Heimweg antreten. Jener Abend wird nicht schön werden, aber zumindest erträglich.

97. KURZFRISTIG

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 21. September 2020

Im jungen Frührentenalter geben wir bekannt, dass wir zwecks Aufrechterhaltung eines aufwendigen Lebensstils kurzfristig durchgreifende Versuche in der Richtung von Tätigkeiten, die mit Arbeit zu tun haben, zu machen gewollt sind.

Damit leiten wir in sämtlichen, sich im Umkreis befindlichen Arbeitsvermittlungsagenturen und Rentenanstalten eine Zeit allgemeiner Verwirrung ein.

96. BILDER

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 14. September 2020

Es war einmal, da waren wir noch jung. Wir malten Bilder – einfach so.

Es wurde aber gedacht, wir seien Künstler. Und es wurde gefragt, was wir mit unseren Bildern denn ausdrücken wollen.

Da gaben wir unseren Bildern einen Titel. Und es wurde gefragt, was wir denn mit dem Titel ausdrücken wollen.

Ja. Jetzt, im reifen Frührentenalter, malen wir nur noch Bilder mit dem Titel “o.T”. Und so lange wir noch nicht gestorben sind, werden wir sehr glücklich leben und noch viele Bilder malen.

95. POTENTIAL

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 14. September 2020

Wir sind spontan und unverkrampft. Gerne lassen wir zu, dass das ruhende Potential unseres Lebens sich durch dessen freien Lauf selbst energetisch öffnet.

Und ein bisschen Chaos hat noch nie geschadet.

94. WIR HABEN DURST

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 7. September 2020

Aufgepeitscht springen wir nachts aus dem Bett; der Morgen bricht schon an.

Wir haben Durst und trinken ein Bierchen.

“Möge dieses Bierchen heute nicht genügen”, denken wir hoffnungsvoll.

Daraufhin müssen wir wohl wieder beruhigt eingeschlafen sein, wie der Wecker uns später verrät.

93. SINNVERWIRREND

9

von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 7. September 2020

Die müde Welt unseres täglichen Stammtischdaseins wird nur von den sinnverwirrend durcheinander huschenden Kellnern belebt, die sich bemühen mit ihren Serviertabletts die Bierchen, die wir uns imstande fühlen zu ertragen, herbeizuschaffen.

Wir sind immer froh, dass der Tag wieder einmal zu Ende gegangen ist und wir uns unseren mühsamen Weg nach Hause bahnen können.

92. SOMMERNACHT

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 31. August 2020

Es ist eine schwüle Sommernacht.

Im Bierzelt tobt die Volksmusikantenfrontfrau mit der eigenen Stimme und einer 15-köpfigen Schlagertruppe; einer elektronischen Ziehharmonika mit unsynchronen Schieberegistern werden vom Stargastmusikanten synkopierte Kathedralorgeltöne entlockt.

Musikalische Anspannungen bauen sich auf, deren Entladung uns, noch bevor wir besoffen sind, in die dunkle Nacht hinaustorkeln lassen. Dort rollt hinter den Wolken schon der Donner, bisweilen leuchtet Blitzgeäst auf. Es wird ein kafkaeskes Unwetter geboren.

Seit jener schwülen Sommernacht haben wir die Last eines trüben Gemütes zu tragen.

91. LAUTLOS

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 31. August 2020

In unserer 7-Zimmer-Penthouse-Wohnung wandeln wir mit unserer halbvollschlanken Gestalt lautlos auf unseren Espadrilles mit Sisalsohle von einem Zimmer zum anderen. Wenn wir durch die eine Tür zur umlaufenden Terrasse hinausgehen, so geschieht dies nur um etwas später durch die andere Tür wieder hereinzukommen.

Wir sind reich und glücklich und leiden nicht unter großen Passionen.

90. HINWEISE

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 24. August 2020

Im reifen Frührentenalter lieben wir es, im Brennpunkt unseres Familienherumgewurschtels salbungsvolle Hinweise auf die eigene Liebenswürdigkeit zu geben.

Dabei erfreuen wir uns immer großen Zuspruchs seitens unseres guten alten Dackels.

Denn der weiß schon, daß wir mal wieder zum Gassi-Gehen mit ihm rausgeschickt werden und er dabei weitere salbungsvolle Hinweise von uns zu Gehör bekommt.

Ja, diese Tierchen sind auch nicht blöd.

89. KINDERMÄDCHEN

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 24. August 2020

Wir leben schlicht.

Halten noch nicht einmal ein Kindermädchen.

88. WASSERMELONEN UND HOLLANDTOMATEN

8

von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 17. August 2020

Schweine müssen schwimmen lernen, damit in Belgienland die Wassermelonen und die Hollandtomaten nicht aussterben.

So sprechen wir. Durch das Exaltierte unserer Prinzipien fallen wir den Königen sehr unangenehm auf.

Wir erklären ihnen noch, keinen anderen Umgang mehr mit ihnen pflegen zu wollen als über die Polizei und fordern gleichzeitig das Einschreiten der Regierung in alle Angelegenheiten, die täglichen Schwierigkeiten mit der Ehefrau und der Nachbarin nicht ausgenommen.

Wenn auch das nichts bewirkt, wandern wir nach Usbekistan aus. An Gepäck nehmen wir so wenig wie möglich mit, bloß zwei paar Pistolen, eine Vorteilspackung Kondome und einige andere Kleinigkeiten. Sollen diese Könige doch sehen, wie sie mit den von uns zurückgelassenen Problemgegenständen fertigwerden.

87. SOMMERTAG

8

von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 17. August 2020


An einem schönen Sommertag im Jahre unseres Herrn Jesus Christus 2020 betreten wir – großflächig untättowiert und die  abstehenden Körperteile völlig unberingt – den freien Boden der städtischen Badeanstallt und spüren die Blicke der Badegäste als zehrendes Feuer im Rücken.

Sofort fühlen wir uns heimisch an diesem Ort und wollen uns dort jetzt häufiger der allgemeinen schweigenden Betrachtung überlassen.

84. BIO-DOPPELWANDVEGANPAPPBECHER

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 3. August 2020

Und es hätte so ein herrlicher Sommer werden können …

Mit einem braunen Bio-Doppelwandveganpappbecher Coffee To Go in der einen und dem Handy in der anderen Hand haben wir gerade Starbucks verlassen und streunen jetzt abenteuerlich beschwingt durch die sonnigen Straßen der großen Stadt.

Und dann ein winziger Moment von Unkonzentriertheit. Da schlucken wir schon das Handy herunter und verbrühen uns wenig später beim Whatsappen die Fingerkuppen am heißen Kaffee.

Ehrlich: Coffee To Go von Starbucks – und überhaupt … das ist doch nichts.

83. ERÖRTERUNG

8

von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 3. August 2020

Wir finden es nicht leicht, eine ernsthafte Erörterung mit unseren komischen Artgenossen zu pflegen.

Insbesondere, wenn diese nicht unserer Meinung sind.

82. BITTERLICH

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von Carolus Borromeus in “Unweisheiten aus der Provinz”

Montag, den 27. Juli 2020

Der Gesamtspartenleiter für den nicht-operativen Bereich möchte sein bisher ausschließlich für interne Repräsentationszwecke genutztes Dienstfahrzeug der abgehobenen Mittelklasse jetzt auch nach außen für den Nutzen des Weltkonzerns einsetzen.

Leider zeigt sich das Kundenvolk wenig kooperativ diesem Bestreben des Gesamtspartenleiters für den nicht-operativen Bereich zu entsprechen.

Bei den Terminierungsversuchen der Sekretärin fällt es durch auffälliges Ausweich-, ja sogar Ignoranzverhalten, auf. Bei unangemeldeten Vorfahrversuchen zeigen sich die außenweltlichen Pförtner äußert unwillig und zum Teil rabiat.

Auf der Rückfahrt zur Zentrale seines Weltkonzerns weint der Gesamtspartenleiter für den nicht-operativen Bereich bei Tempo 200 bitterlich. Schritt für Schritt muss er in seinen Hoffnungen zurückweichen und sich künftig wieder tagtäglich mit dem negativen ROI und den ausgereizten  Kostensenkungspotentialen auseinandersetzen.

79. RANDEXISTENZ

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von P. OPVEA in “Klarstellungen von unterhalb der Hinterbank”

Montag, den 20. Juli 2020

In unserer Lieblingsspelunke trinken wir mit den blonden vollbusigen Rumhängerinnen um die Wette und wiederholen dies so oft, dass wir am Ende immer – eher als sie – den Schlaf mehr als das Trinken brauchen.

Wir werden es wohl nie schaffen, unserer Randexistenz zu einer eigenwilligen Präsenz in der Gefühlswelt dieses merkwürdigen Menschenschlags zu verhelfen.